In eigener Sache

Ein paar Worte zuvor – Vorworte
sollten persönlich vielleicht noch sein,
denn Worte danach – Nachworte
sind Geschichte(n) – und nur ganz allgemein

Verehrte Besucher,

zu Ihrer visuellen Stippvisite durch das Museum wurden von mir einige stilbeschreibende Passagen sehr verkürzt aus dem wohl nie fertig werdenden Buch und Museumsführer: Gesammelte Zeit „un drum rum“ entnommen.

„…wohl nie fertig“ deswegen, weil in der Vielfalt der hier präsentierten Objekte sich immer wieder neue hochinteressante Konstellationen zu erkennen geben, die gleichsam mit neuen Aufgaben und Erkenntnissen aufwarten.

Diese führen mittlerweile zu einem sehr umfangreichen Wälzer über Technik, Stilrichtungen, Mode und Geschichte(n), über „manchmal hirnrissige Blähungen der Zeit“, sozusagen der IQ ihres Bauches, sie (alle) sollen irgendwann wenn es der Zeit in den Kram passt zum Druck aufgelegt werden.

Aber wie gesagt, das dauert noch eine kleine Weile.

Was ist denn schon eine kleine Weile, in der sich involvierte Kürze signalisiert? Ist sie von kürzerer Dauer als übliches Hinhalten? Vielleicht etwas weniger, nicht viel, sondern nur „e bissi“?

Nein, das ginge auf gar keinen Fall, „e bissi“ weniger.

„Darf´s e bissi mehr sein?“ heißt die Wirtschaftswunder-Wurst, ein Garant für den erfolgreichen homo sapiens.

Es darf nicht, es muss oder unauffälliger, es sollte (aber bitte generell) e bissi mehr sein, net war.

Die Schnäppchenjägerkultur verlangt einfach, dass es e bissi billiger, e bissi besser, e bissi länger, e bissi größer sein muss.

Aber so sind wir Menschen nun einmal, phantasievoll und ehrgeizig, bestrebt komparativ zu vergleichen, e bissi schneller, erfolgreicher, ruhmreicher als….

Und was heißt denn hierbei schon „e Bissi“ ? Vielleicht e bissi Selbsterhöhung?

E bissi mehr“ un allzu oft dann aach „e bissi mehr, als (nur) e Bissi“.

Es steht für Forschung und Erfolg, für Sicherheit, Krieg und Elend, für Habgier, Rachsucht, Liebe, und, und, und…und auch so nebenbei und sicher nicht einfach selbstverständlich, für ein längeres Leben, für „e bissi mehr “persönliche Zeit, „e bissi mehr zusätzliche“ (Frei-)Zeit.

Und wenn sich bei solchen „Erkenntnissen „e bissi“ eigener, vielleicht nicht opportuner Humor einschleicht, der mir manchmal ein Schmunzeln entlockt, so ist dieser bestimmt nicht auf Beifall erpicht, vielleicht doch „e klaa Bissi“, wenn ich ehrlich bin, aber ich schlage trotzdem vor, mit Beendigung meiner indivduellen Präsenz auch hier einfach die Löschtaste „e bissi“ zu drücken.

Denn Zeit ist individuell, und es führt kein Weg daran vorbei, man muss sie sich in erster Hinsicht höchstpersönlich total und aus globalem Gemeinsinn wenigstens „e Bissi - mehr oder weniger - ganz bewusst zu eigen machen und aus christlicher Nächstenliebe oder Ähnlichem sogar noch eher viel, sehr viel mehr.

Und zwangsläufig natürlich auch, weil wir alle, jeder von uns, wenigstens irgendwie und trotz allem -e bissi“ geliebt werden wollen.

Die Länge eines Tages beträgt in allgemein praktikabler Auslegung und Nutzung 24 Stunden, das sind 1440 Minuten, diese entsprechen 86 400 Sekunden.

Die Breite dieses Tages ist (fast immer mehr oder minder) beliebig nutzbar. Beliebig im Rahmen der gegebenen oder zu schaffenden Möglichkeiten, die jeder von uns bereit ist, an Zeit und anderem, zu erbringen.

Denn Länge mal Breite ergeben unseren Tummelplatz, eine für jeden unterschiedlich große Fläche, angrenzend an andere. Die Spielwiese des Zeitinhabers mit „e bissi“ hier, für Gemeinsamkeiten und „e bissi“ da, unabhängig, ob sie sich zwangsläufig ergeben, dringend notwendig sind oder gerne gewünscht werden.

Ganz gleich aus welcher Sichtweise wir die Zeit - als selbst nur klitzekleiner Teil von ihr, diese denn „e bissi - nicht nur“ inhalieren (dürfen), sie kann auch manchmal „e b… ganz schön anstrengend sein und uns, als die auf das „bissi Mehr“ zweckorientierte Eintagsfliegen, bei aller Pragmatik auch oftmals unmerklich „e gewaldisch Bissi“ verhohnepiepeln und auf den Arm nehmen.“

Vom Schadjanie

oder

Das Plusquamperfekt

Die Zeit der Vorvergangenheit

Zeit… nachträglich handverlesen,
erhellend ist, da sie gewesen,
behilflich ist, um zu genesen,
um mit Abstand zu betrachten,
was man versäumte zu beachten.

Zeit, obwohl in Worten sehr direkt
individuell stimmig im Dialekt,
zeigt andere Deutung, oftmals versteckt.

Zeit, die im Vergehen revidierbar ist,
ehe Vergessen und Gleichmut sie frisst.

Zeit wurde der Menschheit mitgegeben,
dass, die Last mit Lust zu leben
erträglich wird in vieler Art,
wenn sie mit Humor gepaart.

Zeit des Frohsinns, ihr Elixier
unterscheidet uns – nicht nur vom Tier,
ohne einzugehen auf die Pläsierchen,
die wir gemeinsam mit den Tierchen.

Zeit vereinnahmt gar viele Sachen,
wie beispielsweise auch tiefernst zu lachen,
(selbst)kritisches Denken, ein klein wenig Ruh’
und Zuhören-Können… gehören dazu.

Und immer gute Miene zum bösen Spiel
ist Zeit piepegal, doch des Guten zu viel,
wobei der Sinn, wie oft im Leben,
getarnt und verdeckt ist – dahinter, daneben,

wo Zeit sich verbindet mit feinem Esprit.
Ein Versuch sie zu lieben, der schadjanie.  

In diesem und jedem anderen zeitlich begrenzten Sinne – es gibt generell nur solche – empfehlen sich „desterweesche aach nur „e klitzeklaa Bissi
Heinz Bauer und das Team vom
Museum für Uhren, Schmuck und Kunst, Frankfurt/Main e.V.

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